Menschen in Krisen unterstützen
Menschen in Krisen unterstützen

Menschen in Krisen unterstützen

Menschen in Krisen zu begleiten ist keine Aufgabe, die in ein zwei Sätzen geschildert werden kann. Und doch wurde ich mal gefragt, wenn du nur einen Satz über diesen Prozess sagen oder nur einen „Tipp“ geben dürftest, was würdest du sagen? Ich musste einen Moment in mich gehen. Dann sagte ich: „Lerne zuerst die Spannung auszuhalten!“

Das eigene Unbehagen aushalten

Viele Menschen die in Krisen oder tiefer Trauer sind, erleben, dass sich die Leute von ihnen distanzieren. Selbst aus dem engsten Verwandten- und Freundeskreis. Das ist nicht verwerflich, sondern sehr verständlich. Es ist die eigene Hilflosigkeit, Ohnmacht, Angst oder einfach das Peinlich–berührt–sein, das in den Momenten gespiegelt wird und geballt an die Oberfläche kommt.

Andere reagieren vielleicht mit Aktionismus. Sie überschütten Menschen in der Krise mit Hilfe und Ablenkungen und reißen sie immer wieder aus dem wichtigen Prozess der Verarbeitung heraus. Manchmal ist auch die Zunge sehr viel schneller, als sie sein sollte und Worte wie: „Das wird schon wieder“ oder „Die Zeit heilt alle Wunden“, werden als Trost gesendet, kommenn aber tief verletzend an. Die Leidtragenden fühlen sich eher abgefertigt.

Von daher ist und bleibt mein wichtigster Gedanke: „Lerne die Spannung auszuhalten“. Hinhören, nichts sagen. Still sein, nichts machen. Begleiten, nicht das Ruder übernehmen. Mitgefühl* zeigen, aber nicht mitleiden. Dem Leidtragenden Raum geben, nicht die eigenen „Baustellen“ in den Vordergrund bringen.

*(Mitgefühl bedeutet, das Leid eines anderen nachempfinden zu können, aber so viel emotionalen Abstand zu bewahren, dass man selbst handlungsfähig bleibt, um konstruktiv reagieren zu können).

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